Startup-freundliche Rahmenbedingungen sind entscheidend für den Standort Zürich

Am 1.3.16 hat der Kanton Zürich angekündigt, dass er attraktivere steuerliche Rahmenbedingungen für Startups erlässt und seine Praxis bei der Bewertung von Startups anpasst. Hier die offizielle Mitteilung

In den vergangenen Tagen wurde das Thema auf verschiedenen digitalen Kanälen mit grossem Engagement diskutiert. Informative Beiträge dazu verfasst haben unter anderem Stefan Steiner, Roland Zeller in seiner zweiteiligen Serie (Teil 1 und Teil 2) und Stefan Kyora

Auch in den Medien stiess das Thema auf grosses Interesse: Die NZZ nahm das Thema gleich auf die Frontseite und bat mich um eine kurze Einschätzung. Auch der Blick hat zweimal in der Printausgabe darüber berichtet und zwei Standpunkte zur Ankündigung des Kantons aufgezeigt. Die Redaktion hatte in einer ersten Stellungnahme Stefan Steiner vom Institut für Jungunternehmer zu Wort kommen lassen in der gedruckten Ausgabe des Blick vom 2.3.16. In einem Folgebeitrag kamen ich und Christian Wenger von Wenger & Vieli, Vorstandspräsident von DigitalZurich2025 zu Wort. 

Bei DigitalZurich2025 blicken wir dem politischen Weg zur Verbesserung der Rahmenbedingungen hoffnungsvoll und mit Tatendrang entgegen, denn bei aller Diskussion scheint mir, dass in zwei Punkten weitgehend Einigkeit herrscht:

1. Dass der Kanton Zürich die Steuerthematik für Startups anpackt ist ein Fortschritt für den Standort. 

2. Die Ankündigung des Kantons vom 1.3.16 ist ein Zwischenschritt: Es liegt noch politische Arbeit vor uns, um das Startup-Ökosystem in Zürich und der Schweiz weiter zu stärken und Gründern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu geben, damit sie auch in Zukunft Innovationen vorantreiben und wichtige Arbeitsplätze für die Zukunft kreieren. 

Mein Fazit: Es tut sich einiges im lokalen Startup-Ökosystem und darauf müssen wir gemeinsam aufbauen! Seit September 2015 ziehen dank DigitalZurich2025 Grossunternehmen, politische Akteure und Gründer an einem Strang. Das gab es bisher so noch nie in der Grössenordnung. Und schon nach ein paar Monaten, zeichnen sich erste Zwischenerfolge ab. Natürlich ist das ist erst der Anfang: das Potenzial vor uns ist noch gross, die To-Do Liste auch. Das einzige was noch grösser ist - so scheint es mir manchmal zumindest - ist die kollektive Ungeduld, dass alles perfekt sein sollte, am liebsten schon vorgestern, in guter Schweizer Manier. Und hier liegt die Krux der Sache: Veränderung ist fast nie von Beginn an perfekt und Erfolg ist fast nie linear. Somit gilt es weiterhin gemeinsam an einem Strang zu ziehen; nur so haben wir eine Chance, Zürich und die Schweiz zu einem führenden digitalen Innovationshub von Europa zu machen, mit allem was dazugehört, inkl. den richtigen politischen Rahmenbedingungen. 

2 responses
Danke für Dein Votum, in der Tat ist es an der Zeit das die Startup-Szene gemeinsam Auftritt und für bessere, akzeptable Rahmenbedingungen einsteht. Nichts desto trotz ist es schade, wenn Medienberichte gelöscht werden von Unternehmen, welche sich ach so für Startups einsetzen. Wäre dies nicht der Fall, wäre wohl der Aufschrei nur halb so laut. Aber so geht es eben nicht. Der Weg ist noch lange, die Politik braucht dringend die Hilfe um den fehlenden Sachverstand zu kompensieren. Dies lassen zumindest die gelöschten Zitate vermuten. Es gibt noch viel zutun...
Liebe Sunnie. Danke für deinen Blogbeitrag. Uns ist kein anderer Kanton in der Schweiz bekannt, der Startups oder die Aktionäre von Startups auf Basis von Finanzierungsrunden besteuert. Die anderen Kantone nutzen den Substanzwert als Basis. Das Steueramt im Kanton Zürich hat willkürlich angefangen Einzelfälle auf Grund von Finanzierungsrunden zu besteuern. Die neue Praxis die per 1. März angewendet wird, rudert jetzt in den ersten drei Jahren zurück, aber hilft den bereits davon betroffenen Startups wenig. Zudem versucht der Kanton Zürich nun seine Regelung schweizweit auszurollen, was eine Verschlechterung vom Status Quo ausserhalb Zürich wäre. Besteuerung von virtuellem Vermögen macht keinen Sinn!